3D MIT HOLOGRAFIE
3D-Bilder für jedermann durch neues holografisches Verfahren
Die Dresdner SeeReal Technologies S.A. sorgt mit einem neuen holografischen Verfahren für Aufsehen. Dieses stellt die Basis für Bildschirme dar, die dreidimensionale Bilder erzeugen und setzt dabei auf kostengünstige Standardtechnologie, was bisher als praktisch unmöglich galt.
Echte 3D-Filme lassen sich mit stereoskopischen oder holografischen Verfahren erzeugen, die aber beide Nachteile haben. Stereoskopische Darstellungen erfordern meist Shutter- oder Polarisationsfilter und können beim Zuschauer rasch zu Ermüdung führen und sogar Kopfschmerzen verursachen. Holografische Darstellungen hingegen benötigen ein High-End-Display sowie einen enormen Rechenaufwand. Man braucht eine Bildschirmauflösung, die 250 000 mal so hoch ist wie die der derzeit erhältlichen hoch auflösenden TV-Schirme, sagt Mark Thorsen, Managing Director bei SeeReal.
Aus diesem Grund ist die Firma SeeReal einen neuen Weg gegangen, der die Vorteile der Holografie bei überschaubarer Rechenleistung und bescheidenen Anforderungen an den Bildschirm nutzt. Bis heute wurden über 100 Patente auf Erfindungen angemeldet, die es ermöglichen, die Anforderungen an Rechenkraft und Bildschirmauflösung zu reduzieren.
Hierfür werden die dreidimensional dargestellten Szenen in einem Film auf die Blickrichtung des Betrachters beschränkt. Zusammen mit einer Kamera die die Augenbewegungen verfolgt, muss somit nur ein Bruchteil der holografischen Daten berechnet werden. Für dieses so genannte "Viewing Window" mit einer Größe von etwa 20 mm, errechnet ein Computer für jeden Bildpunkt einer 3D-Szene ein Subhologramm. Diese wirken wie virtuelle Linsen und erzeugen beim Betrachter ein holografisches Bild. Über ein Zeitmultiplex-Verfahren lässt sich Farbe und die getrennten Ansichten für das jeweilige Auge erzeugen. Zudem hat SeeReal Algorithmen entwickelt, die die Berechnung der Hologramme beschleunigt.
Durch diesen Trick kann SeeReal bei der Auflösung sparen und sogar handelsübliche HDTV-Fernseher (1920:1080 Pixel) mit einer Bildwiederholrate von 180 Hz nutzen. Erste LCD-Prototypen sind bereits erhältlich. Bis allerdings eine vollständige holografische Farbdarstellungen in Echtzeit möglich ist benötigt es eine Rechenleistung von 3,5 Teraflops. Dieser Wert kann etwa in zwei bis drei Jahren von einem, wenn auch teuren Digitalfernseher erreicht werden.
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