Auflösung und bewegte Bilder
Über Auflösung und Flimmern bewegter Bilder im Kino und Fernsehen
Für Computer- oder Fernsehbenützer gilt eines gleichermaßen. Je höher die Auflösung ihres Gerätes ist, desto mehr und besser lässt sich ihre Information darstellen. Damit ist aber noch lange nicht gewährleistet, dass echtes Kinoserlebnis aufkommt. Gerade im Kino- und Fernsehsektor spielt das Flimmern der Bilder eine wichtige Rolle.
Üblicherweise ist der Bildschirm – bis auf wenige Ausnahmen in der Textverarbeitung – immer breiter als höher und somit ergeben sich für die Angaben der Auflösung auch verschiedene Werte der darstellbaren Bildpunkte. Gängige Beispiele sind 800 x 600 oder 1024 x 768 Punkte. Der PC-Profi spricht dann von einer Auflösung von 800 Bildpunkten auf der x-Achse (horizontal) und 600 Punkten auf der y-Achse (vertikal). Wenn wir nun das Fernsehbild betrachten erkennen wir sofort den Unterschied, nämlich dass dort nicht von Bildpunkten, sondern von Zeilen und Linien gesprochen wird. Anders als beim Computer werden Fernsehbilder nicht durch Bildpunkte, sondern durch Zeilen und Linien beschrieben. In Europa (ausser Frankreich) ist die PAL-Norm gültig. Danach besteht ein Fernsehbild aus zwei Halbbildern, die zusammen 625 Zeilen haben.
Wahrnehmung des Auges
Ab ca. 16 Bilder/Sekunde verschmilzt das menschliche Auge einzelne Bilder zu einem kontinuierlichem Bewegungsablauf. Diese Bilder flimmern jedoch. Um dies zu vermeiden sind also mehr Bilder notwendig. Beim Kinofilm, der mit 24 Bildern pro Sekunde arbeitet, wird dabei ein Trick angewendet.
Mit Hilfe einer sogenannten Umlaufblende – rotierende Scheibe in Filmkameras und -projektoren – wird der Lichtstrahl unterbrochen damit der Film genau um ein Bild vorgeschoben werden kann. Dadurch ist der Transportvorgang des Films nicht sichtbar. Die Blende gibt den Lichtstrahl erst dann wieder frei, wenn der Film zum nächsten Bild transportiert und angehalten worden ist. Bei Filmkameras erfüllt diese Umlaufblende dieselbe Funktion wie der Verschluß einer Fotokamera. Während der offene Teil der Umlaufblende das Bildfenster freigibt, trifft das durch das Objektiv gebündelte Licht auf die lichtempfindliche Schicht des Films, die Belichtung findet statt. 1
Damit also ein Kinofilm mit 24 Bildern je Sekunde nicht flimmert, zeigt der Projektor jedes Filmbild zweimal. Wir sehen 48 Mal pro Sekunde ein Bild, 48 Mal wird abgedunkelt, aber nur jedes zweite Mal wird der Film weitergerückt. Dieses Verfahren gibt es etwa seit 1924. Vorher arbeitete man mit 18 Bildern pro Sekunde, die 3 x gezeigt wurden. 2
Zeilensprung
Die Entwickler des Fernsehens standen vor einem grundlegenden Problem. Die geplante Übertragungsfrequenz (UHF) kann nur eine gewisse Menge an Informationen übertragen, die für 25 Bilder pro Sekunde ausreicht – dies würde aber stark flimmern und keinen sonderlichen Sehgenuss bringen. Also teilte man jedes Bild in zwei sogenannte Halbbilder auf, die nacheinander gesendet und auf den Bildschirm geschrieben werden, und zwar jeweils um eine Zeile versetzt. Diesen Versatz nennt man Zeilensprung oder auf englisch Interlacing. Auf diese Weise kann man den Bildschirm 50 mal pro Sekunde beschreiben, was bedeutend besser aussieht. Das Bild flackert nicht und die Bewegungen werden fließender dargestellt. 3
Wer nun aber meint, sein teurer 100 Hz-Fernseher im heimischen Wohnzimmer könne das besser, täuscht sich, denn im Gegensatz zum Fernsehen, wo pro Sekunde 50 Halbbilder zeilenweise sukzessiv aufgebaut werden – bei 100 Hz-TVs werden diese einfach nur verdoppelt, werden im Kino 48 Einzelbilder mit bester Auflösung projiziert. Das Ergebnis ist jedem noch so guten Fernseher haushoch überlegen.
Hinsichtlich der Auflösung eines Fernsehers bedeutet dies, dass ein Fernsehbild aus zwei Halbbildern, je 312,5 Zeilen besteht. Das erste Halbbild besitzt alle Zeilen mit ungeraden Zeilennummern und das Zweite alle geraden Zeilen. Diese Halbbilder werden dann mit der doppelten Frequenz (50Hz) hintereinander und dabei ineinander verschachtelt übertragen. 4
Quellennachweis
| [1] | Umlaufblende aus Wikipedia (GNU Lizenz freie Dokumentation) |
| [2] | Vom Kupferstich zu PALplus aus f |
| [3] | Das Zeilensprungverfahren aus Lenz-Online |
| [4] | Auflösung Computer / Fernsehen aus EDV-Tipp |
Begriffserklärung
Auflösung – BildauflösungBildauflösung
Interlacing
PAL – Phase Alternating Line
UHF – Ultra-High-Frequency
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