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Datenhandschuh

Der Datenhandschuh ist ein Eingabegerät in Form eines Handschuhs.

3D-Displays

3D-Displays sorgen für tiefe Eindrücke und lebensechte Bilder

Beschreibung

Bei einem Datenhandschuh erfolgt eine Orientierung im virtuellen Raum durch Bewegungen der Hand und Finger. Die Anwendung geschieht meist in Kombination mit einem Datenhelm. Datenhandschuhe bieten heute neben der Funktion der Navigation und Orientierung durch den virtuellen Raum auch die Funktion des Ertastens und Erfühlen (Taktiles Feedback) eines Gegenstandes und die Erfahrbarkeit von Kraftrückkopplungen (Force Feedback) an.

Historische Entwicklung:
Den ersten Datenhandschuh entwickelte Dr. G. Grimes von AT&T Bells Labs im Jahr 1983. Der Digital Data Entry Glove bestand aus einem Handschuh, Biegesensoren an den Fingern, Tastsensoren auf den Fingerspitzen und Sensoren für die Position im Raum. 1984 gründeten die zwei Kollegen von Atari, Thomas Zimmermann und Jaron Lanier die Firma VPL Research. Die Idee von Thomas Zimmermann, Gitarre zu spielen wie Jimi Hendrix aber ohne ein physikalisches Instrument, war die Motivation von VPL einen Datenhandschuh zu entwickelten. 1985 beauftragte die National Aeronautics and Space Administration (NASA) VPL Research, einen Datenhandschuh für Astronauten zu bauen. Der VPL Dataglove war 1986 der erste kommerzielle Datenhandschuh, er kostet um die 9000 US-Dollar.

Die Bewegungen und Beugungen der einzelnen Finger der Hand werden beim Datenhandschuh durch faseroptische Kabel auf dem Handrücken gemessen. Dabei gibt es für jeden Finger (außer dem Daumen) zwei Kabel. Eines läuft bis zum ersten Fingergelenk, das Zweite endet am zweiten Gelenk. Die Kabel laufen jeweils in einer Schleife vom Steuergerät zu den Fingern und zurück. An einem Ende jedes Kabels wird über eine Leuchtdiode Licht in das Kabel geschickt. Am anderen Ende wird die ankommende Lichtintensität durch eine Fotozelle gemessen und in bestimmbare elektrische Signale umgewandelt. Über diese Signale kann dann der Computer die Fingerbewegungen der Hand im Datenhandschuh visualisieren.

Das VPL Patent wurde bald von Mattel gekauft, um 1989 den PowerGlove für Nintendos Spielkonsole Nintendo Entertainment System (NES) um 100 Dollar auf den Markt zu bringen. Mittlerweile wird der PowerGlove nicht mehr hergestellt, aber Anleitungen zum Umbau des PowerGlove zur Verwendung des Datenhandschuhs über eine serielle Schnittstelle kursieren bis heute auf diversen Internetseiten.

Die Nachfrage nach einem Datenhandschuh für Konsumenten war so groß, dass die Firma "Essential Reality" im Jahr 2000 anfing den PowerGlove mit aktuellerem Know-how weiterzuentwickeln. Im Oktober 2002 wurde der P5 Glove auf dem Markt präsentiert. Dieser Datenhandschuh besitzt standardmäßig eine USB-Schnittstelle und kostet derzeit ungefähr 50 Dollar. Daher wird der P5 Glove gerne von Virtual Reality Forschern, Musikern und auch Spielern gekauft und eingesetzt.

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