Reaktionszeit
Reaktionszeit der Garant für einen schnellen Bildwechsel
Beim Kauf eines Fernsehers oder Monitors sollten die vom Hersteller angegebenen Kenngrößen, wie etwa Farben, Helligkeit oder Kontrast natürlich auch bei bewegten Bildern zum Ausdruck kommen. Mehr Informationen dazu liefert die Kenngröße Reaktionszeit. Was versteht man nun eigentlich darunter, wie wird die Reaktionszeit gemessen und was steckt technisch dahinter?
Je nach Anwendung ihres Fernsehgerätes oder Monitors spielt die Reaktionszeit eine wichtige Rolle. Besonders dann wenn sie großen Wert auf Qualität bei schnellen Bildabläufen, wie etwa Sportsendungen oder Computerspielen, legen. Besonders ältere LC-Displays haben Probleme mit schnellen Bildabläufen, was sich in Form des bekannten «Schliereffektes» bemerkbar macht. Erst ab einer Reaktionszeit kleiner 10 Millisekunden kann der Effekt zumindest für Heimanwendungen vernachlässigt werden.
Was ist die Reaktionszeit?
Die Reaktionszeit (Response Time) meist angegeben in Millisekunden gibt an, wie lange ein Bildpunkt des Displays zum An- (Rise) und Ausschalten (Fall) benötigt. Die entsprechende ISO-Norm verlangt von den Herstellern die Messung der Zeit, in der ein Bildpunkt seinen Zustand zwischen 10% und 90% gemessen am Maximalwert ändert, wobei 0% als Schwarz und 100% als Weiß definiert ist. Die Reaktionszeit wird dabei als Summe aus Rise und Fall-Time angegeben. Der Wert sollte möglichst klein sein, da sonst bei schnellen Bildabläufen die störenden Schliereffekte auftreten und das Bild zu verschwimmen droht. Erst ab einer Reaktionszeit von 25 msec und kleiner lassen sich Videos in vertretbarer Qualität darstellen. Die Hersteller entwickeln bereits Displays mit Werten weniger als 10 msec, alles über 25 msec ist heutzutage nicht mehr akzeptabel. 1
Reaktionszeit bei LC-Displays
Die Reaktionszeit der Pixel bei LC-Displays gibt die Zeitspanne an, in der das Flüssigkristall in den LCD-Zellen sich ausrichtet, um das Licht der Hintergrundbeleuchtung durchzulassen oder zu sperren. Besonders schnelle Pixel haben eine Reaktionszeit von 8 ms, der Großteil der Geräte hat momentan Pixel mit 12 bis 16 ms Reaktionszeit. 2 Die Reaktionszeit eines LCD ist physikalisch durch die notwendigen Formänderungen der Flüssigkristalle bei einer Bildänderung begrenzt. Will man also die Reaktionszeit verkürzen, so müssen die Flüssigkristalle zu einer schnelleren Formänderung gebracht werden. Eine Möglichkeit ist die punkt- und zeitgenaue Anwendung einer Überspannung, um die Flüssigkristalle schneller zu verformen. Die Rückrichtung würde aber eine negative Spannung erfordern, die das LCD-Element zerstören könnte. Deshalb kann die Rückbewegung der Flüssigkristalle nicht beschleunigt werden und muss den Flüssigkristallen selbst überlassen werden. 3
Messung der Reaktionszeit
Bei der Messung der Reaktionszeit sollte der Wert für den Wechsel zwischen Schwarz und Weiss herangezogen werden und nicht wie bei vielen Herstellern üblich die Zeit für den Grey-To-Grey (grau zu grau) Wechsel. Bei LC-Displays müssen also die Flüssigkristalle eine größtmögliche Änderung ausführen. Folgende Punkte sollten berücksichtigt werden.
- Die Fall-Zeit ist immer größer als die Rise-Zeit, da jeder Bildpunkt nach dem Ausschalten noch nachleuchtet.
- Die Rise- und Fall-Werte werden meistens in Klammern nach der Gesamtzeit angegeben. Dabei ist es üblich, den Rise-Wert als ersten anzugeben, z. B. 16 (6/10).
- Die Herstellerangaben für die Reaktionszeit bei Flachbildschirmen werden meist nur in grey-to-grey Reaktionszeit angegeben, die tatsächliche schwarz-weiß-Zeit liegt jedoch weit höher. So erreichen die heute schnellsten Flachbildschirme mit 2 ms angegebener GTG (grey-to-grey) Reaktionszeit eine tatsächliche BWT (schwarz-zu-weiss) Reaktionszeit von rund 14 ms. 4
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Quellennachweis
Begriffserklärung
Anstiegs-/Abfallzeit – Rise-Time und Fall-TimeLCD – Liquid Crystal Display
Overdrive Technik – Überspannungstechnik
Reaktionszeit – Schaltzeit oder Response Time
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