Vom Feuer bis zur künstlichen Lichtquelle
Wahrscheinlich vor knapp 500 000 Jahren lernte der Mensch das Feuer beherrschen
Der Mensch hat das Feuer nicht erfunden, sondern als Nutzmittel gefunden. Es verhalf ihm vor vielen Jahrtausenden zu einem gewaltigen Evolutionssprung. Der Mensch lernte, mit dem Feuer umzugehen und erkannte seinen Nutzen. Es spendet Wärme und Licht und schmeichelt unseren Sinnen. 1 Erst Ende des 18. Jahrhunderts geriet, die Jahrtausende fast unverändert gebliebene Beleuchtung in Bewegung. Nicht wenige sehen in den Bestrebungen der Aufklärung, mehr Licht in das Dunkel der menschlichen Aktivitäten zu bringen, deutliche Parallelen zu den gleichzeitigen Bemühungen um verbesserte Beleuchtungsmethoden. 2
Homo Erectus
Die Entdeckung und Handhabung des Feuers ist ein Meilenstein in der Geschichte der Menschheit.
Absolute Dunkelheit können wir uns als moderne Menschen heute kaum noch vorstellen. Selbst nach Sonnenuntergang erhellen Mond und Sterne unsere Umwelt, und in unseren Häusern suchen wir wie selbstverständlich nach dem Lichtschalter. Da unsere Vorfahren nachts in ihren Höhlen allerdings wirklich absoluter Dunkelheit ausgesetzt waren, ist es als Meilenstein in der Entwicklung der Menschheit anzusehen, als Homo erectus vor etwa einer halben Million Jahren die Beherrschung des Feuers lernte. 3
Homo erectus & Feuer
Die Evolution des Homo erectus hat ihren Ursprung in Afrika, von wo aus er sich über die ganze Nordhalbkugel ausgebreitet hat. Feuer spielte dabei eine wichtige Rolle. 3 Es bot die Möglichkeit, neue Nahrungsquellen zu erschließen, und gleichzeitig lieferte es Wärme und Licht. Es ist daher nicht verwunderlich, dass es in allen Kulturen eine Prometheus-Sage gibt. Das Feuer bildete den Mittelpunkt der damaligen Gesellschaft. Es war der Ort um Informationen auszutauschen, um Sprache und Kommunikation weiterzuentwickeln, um Pläne für den nächsten Tag und die Zukunft zu schmieden. Das Lagerfeuer war der Ort für den Kulturtransfer zur nächsten Generation. Hier begann die gemeinsame Entwicklung von Licht und Bewusstsein. Diese Bedeutung hat das Feuer für die Menschen bis zum Beginn der industriellen Revolution beibehalten. 4
Erster Feuergebrauch
Die ersten Zeugnisse von Feuer begegnen uns als Holzkohlereste in der Höhle von Choukoutien in China, wo der Peking-Mensch – der dortige Homo erectus – offensichtlich vor einer halben bis einer Million Jahre Lagerfeuer unterhielt. In Europa befindet sich die älteste Fundstelle in Frankreich in der Höhle von Escale, deren Holzkohlereste auf etwa 750000 Jahre vor heute datiert werden. Schon früh kam der Mensch auf die Idee, besonders hell leuchtende Holzstücke, vorzugsweise harzreiches Kiefernholz, aus dem Feuer heraus zuziehen und als Lichtquelle zu nutzen. Bis ins Mittelalter hinein war dann genau das eine wichtige Lichtquelle in menschlichen Behausungen, der Kienspan. 3
Lichtbogenlampe am Marktplatz
Zum ersten Mal in der Geschichte gab es die Möglichkeit ein zu intensives Licht zu erzeugen.
Versuche mit Bogenlampen
Aus dem Zeitungsbericht über einen Bogenlampenversuch 1855 in Lyon wird ein gravierendes Problem des Bogenlichts ersichtlich.
Zum ersten Mal in der Geschichte der künstlichen Beleuchtung gab es die Möglichkeit, ein zu intensives Licht zu produzieren. Ein Licht, das so hell war, dass es sich nur für große öffentliche Plätze, Bahnhofs- und Fabrikhallen eignete. Je mehr Licht, umso weniger Kriminalität – eine Gleichung, die im Diskurs über öffentliche Sicherheit jahrhundertelang galt. Für den Schriftsteller Robert Louis Stevenson war mit dem Bogenlicht der Punkt erreicht, an dem die Rechnung nicht mehr aufging. «Die Beleuchtung eines Albtraums! In diesem Licht lassen sich nur Morde und öffentliche Verbrechen vorstellen oder die Korridore von Irrenanstalten. Es ist ein Schrecken, der jeden Schrecken erhöht», schreibt er 1881 in einer Verteidigung des Gaslichts. Ein Jahr später präsentierte Thomas Alva Edison auf der Pariser Elektrizitätsausstellung die Glühlampe. Sie stieß auf deutlich mehr Wohlwollen als die gleißend helle Bogenlampe. «Hier jedoch haben wir eine Lichtquelle vor uns, die irgendwie zivilisiert und unseren Gewohnheiten angepasst wurde», schrieb ein Beobachter der Ausstellung. 5
Öllampe
Etwa vor 40000 Jahren sind erste primitive Öllampen anzusiedeln. Sie waren nichts weiter als einfache Kalkschalen, z. B. Muscheln, die mit tierischem Fett, Seehundfett, Rindertalg, etc. oder pflanzlichem Öl befüllt wurden. Als Docht dienten Gras, Flechten oder getrocknetes Moos. Die Öllampen blieben bis ins 18./19. Jahrhundert in ihrer Funktion weitgehend gleich, erhielten lediglich ein «moderneres» Design. Der Docht wurde verbessert zum Runddocht, der eine bessere Luftzufuhr gewährleistete und Petroleum fand als Brennstoff Verwendung. 3
Kerze
Im Zeitraum von etwa 2000 Jahren vor Christi Geburt beginnt die Kerze ihren Siegeszug. Zunächst fand festes tierisches Fett (Rindertalg) und das teurere Bienenwachs Verwendung. Erst im 19. Jahrhundert setzte sich das aus tierischem Fett gewonnene Stearin, Verseifung mit Ca(OH)2, und das aus Erdöl gewonnene Paraffin durch. Die Erfindung des asymmetrisch gewebten Dochtes, der sich selbstständig krümmt und damit am Flammenrand verbrennt, machte das lästige Putzen der Kerze, Kürzen des Dochtes, unnötig und 3 Kerzen zu einer sauberen Beleuchtungsform.
Gasbeleuchtung
Gasbeleuchtung ist hingegen eine wesentlich effektivere, aber auch gefährlichere Technik. 1815 gab es in London ein 42 km langes Gasnetz für Straßen und Zimmerbeleuchtung, in dem Leuchtgas als Brennstoff diente. Es wurde durch trockene Destillation von Steinkohle gewonnenen. Dabei entsteht ein Gemisch aus hauptsächlich Wasserstoff und Methan. Da Gasbeleuchtung nicht gut für das Raumklima war und die Industrialisierung zudem neue Anforderungen an die Beleuchtungstechnik stellte, war die Zeit nun gekommen für eine neue Technologie, um Schulen, Fabrikräume, Theaterbühnen, Straßen etc. ins rechte Licht zu rücken. 3
Elektrische Beleuchtung
Schon bald wurde die Gasbeleuchtung durch eine künstliche Sonne – das elektrische Bogenlicht – in den Schatten gestellt. Hierbei werden zwei Kohleelektroden durch die Spannungsentladung zur Weißglut gebracht. Nach ersten Versuchen Mitte des 19. Jahrhundert's wurden in den 1880er Jahren Hauptgeschäftsstraßen und Plätze in europäischen Metropolen mit Bogenlampen taghell erleuchtet. Zu hell für lichtempfindliche Gemüter: «Das Licht, das ein großes Gebiet überflutete, war so stark, dass die Damen ihre Schirme aufspannten – nicht etwa aus Galanterie gegenüber den Erfindern, sondern um sich gegen die Strahlung dieser geheimnisvollen neuen Sonne zu schützen».
LED Weiss 5mm
Die LED ist die erste neue
Technologie
seit der Erfindung der Glühlampe
vor einem Jahrhundert.
LUMINESZENZSTRAHLER
Die neueste Generation von Lichtquellen sind die Lumineszenzstrahler.
Dabei ist besonders die LED zu erwähnen – LED steht für Light Emitting Diode oder lichtgebende Diode. Es ist die erste neue Technologie seit der Erfindung der Glühlampe vor einem Jahrhundert. Die LED's, seit 30 Jahren schon zumeist als Anzeigelampen in Elektronikgeräten verwendet, können allerdings heutzutage dank innovativer Entwicklungen auch «echtes» Licht spenden. Bis vor kurzem wurden LED-Leuchten hauptsächlich mit dem Projektmarkt in Verbindung gebracht. Heute sieht man jedoch, dass gerade auch der Privatmarkt immer mehr Interesse für die neue Generation von Lichtquellen zeigt. Im Handumdrehen kann die Lichtfarbe variiert werden. Vom energischen Grün über das leidenschaftliche Rot bis zum beruhigenden Blau. Zudem arbeitet die LED-Beleuchtung mit niedriger Spannung und ist daher besonders sparsam beim Energieverbrauch. Diese Energiequelle erwärmt sich nicht und hat dadurch einen sehr hohen Wirkungsgrad. 6
Quellennachweis
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