Techniken des Feuermachens (Teil II)
Feuer als wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung und den Erhalt des Lebens
Zuerst beobachteten wir das Feuer in der Natur, beispielsweise in Vulkanen oder Bäumen, die der Blitz entzündet hatte. Dann holten wir uns Feuer aus diesen natürlichen Quellen und nutzten es als Licht- und Wärmequelle sowie zum Schutz vor Feinden. Schließlich lernten wir selbst Feuer zu machen. Sehr viel später schmolzen wir mit Hilfe des Feuers Metall oder brannten Ton und entwickelten eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten. Die Beherrschung des Feuers trug mit dazu bei, dass wir sesshaft wurden. 1
Handelsübliches Feuerzeug
Die ersten Feuerzeuge, so wie wir sie heute kennen, entstanden in den 40er Jahren.
Die Zunderbüchse dagegen war ein bewegliches, kleineres Teil und konnte leicht und bequem mitgenommen werden. Dies war eine komfortablere Art Feuer zu machen, was allerdings auch einer gewissen Ausrüstung bedarf. Da ist zum einen der Zunder der aus einem Pilz gewonnen wird. Der echte Zunderschwamm Fomes fomentarius ist ein zu den Porlingen gehörender Baumpilz der auf manchen Bäumen – Buchen und Birken – eine Fäule erzeugt. An den erkrankten Bäumen entwickelt sich dann ein großer Fruchtkörper. Die Mittelschicht wird getrocknet, mit Salpeterlösung behandelt und fertig ist der Zunder. Nun bedarf es nur noch eines Funkens der dieses sehr leicht entzündbare Material in Brand setzte. In der Zunderbüchse befand sich der Zunder und ein Feuerstein der mit einem Stück Stahl angeschlagen wurde und so einen Funken erzeugte der den Zunder entzündete.
Brannte der Zunder, je nach Qualität des verwendeten Materials musste oftmals kräftig geblasen werden, konnte an ihm ein Holz entzündet werden. Bei etwas fortschrittlicheren Zunderbüchsen sass an der Seite ein eisernes Rad, das durch Drehung mittels einer eingebauten Feder gegen den Feuerstein schlug und so einen Funken erzeugte. Im sprichwörtlichen, umgangssprachlichen Sinn hat sich das Wort Zunder bis in unsere Tage erhalten. «Jemand Zunder geben, Zunder bekommen» bedeutet jemandem kräftig zusetzen. 3
Streichholz
Bereits um 950 wahrscheinlich aber schon im 6. Jahrhundert n.Chr. gab es in China in Schwefel getränkte Kieferhölzchen. Diese waren auch in Europa neben Feuersteinen und Zunder weit verbreitet. Die eigentlichen Vorläufer der Zündhölzer etablierten sich vor ca. 200 Jahren. Hier wurde weißer Phosphor in kleine Fläschchen eingefüllt und dann ein Hölzchen hineingesteckt. Zog man das mit Phosphor benetzte Stäbchen aus der Flasche entzündete es sich an der Luft.
Streichhölzer
Enthalten roten Phosphor und lassen sich an einer rauhen Oberfläche entzünden.
© pep IT
Heutzutage existieren zwei Arten von Streichhölzern. Zum einen die sogenannten Überallstreichhölzer, die sich an jeder rauen Oberfläche entzünden lassen. Sie enthalten Phosphor und Kaliumchlorat, die beim Reiben miteinander reagieren und das Zündholz entflammen. Da sie sich auch ungewollt entzünden sind heutzutage fast nur mehr Sicherheitszündhölzer erhältlich. 5 Diese benötigen zum Entzünden eine besondere Reibfläche die meistens an der Seite der Schachtel angebracht ist. Sie wurden bereits im Jahre 1841 von dem schwedischen Chemiker Gustav Erik Pasch erfunden und als Schwedenhölzer bald sehr bekannt. 3
Feuerzeug
Ursprünglich war Feuerzeug – von mittelhochdeutsch viurziuc – kein einzelnes Gerät, sondern Zeug das man zum Feuermachen braucht, beispielsweise ein Paar kleine Feuersteine oder einen Feuerstahl, eine Pyrit-Knolle und ein Stück Zunderschwamm, eine Form des Taschenfeuerzeugs, die in Asien, Altamerika und Europa seit der Jung-Steinzeit verbreitet war – bei der als Ötzi bekannten Gletschermumie z. B. wurde ein solches Feuerzeug gefunden. 6
Wenn wir heute eines unserer modernen Feuerzeuge zur Hand nehmen so stehen wir an einem vorläufigen Endpunkt in der langen Entwicklungsgeschichte des Feuerzeugs. Es war ein sehr langer Weg den menschlicher Erfindergeist beschritt bis wir so etwas ultramodernes wie ein Piezo Feuerzeug zur Hand nehmen konnten. Dieser Weg begann möglicherweise schon um die 250 v. Chr. in Alexandrien. Der Forscher und Erfinder Ktesibios erfand damals ein mit Luftdruck betriebenes Katapult und bemerkte dass aus dem Kolber Feuer heraussprang, wenn man den Zylinder sehr schnell herauszog. Philon von Byzanz berichtet uns in seinen Büchern davon. Der Franzose Dumoutiez erinnerte sich mit hoher Wahrscheinlichkeit dieser Schriften und konstruierte im Jahre 1770 ein nach dem gleichen Prinzip arbeitendes pneumatisches Feuerzeug. Ein Kolben der sich in einem einseitig verschlossenen Zylinder befindet wird mittels einer Stange niedergestoßen, durch die Kompression entsteht Wärme die einen Zunder entzündet. 3
Die Urform des modernen Feuerzeugs erfand der Chemiker Johann Wolfgang Döbereiner. Er entwickelte 1823 das Platinfeuerzeug, das mit Hilfe von Zink und Schwefelsäure Wasserstoff erzeugt. Der Wasserstoff strömt aus einer Düse auf einen Platinschwamm, der den Wasserstoff aufgrund der katalytischen Wirkung des Platins entzündet. 6 Diese Apparate waren sehr gefährlich und es kam immer wieder zu Unfällen, dennoch wurden sie von 1827 bis 1880 in Deutschland verkauft. 3
Um 1900 entdeckte der Österreicher Carl Auer von Welsbach, dass eine Legierung aus Cer und Eisen beim Reiben besonders viele Funken sprühte. Zusammen mit einem Ritzer konnte dadurch ein mit einer leicht entzündlichen Flüssigkeit getränkter Docht zum Brennen gebracht werden. Im Laufe der Jahre wurde dieses Verfahren immer weiter vervollkommnet, die ersten Benzinfeuerzeuge, so wie wir sie dem Prinzip nach heute noch kennen, entstanden. 1947 war dann die Geburtsstunde des ersten Gasfeuerzeuges. Schon lange vorher entwickelt aber durch die Kriegswirren nicht vervollkommnet löste es im Laufe der Jahre immer mehr das alte Benzinfeuerzeug ab. 3
Brennglas & Hohlspiegel
Auch mit Brennglas und Hohlspiegel kann Feuer entfacht werden. Das Sonnenlicht wird auf einen
Punkt gebündelt. Dabei entwickelt sich eine so grosse Hitze, dass ein entflammbarer Stoff zu brennen
beginnt. Da hier das Sonnenfeuer eingefangen wird, war und ist diese Art des Feuermachens aussergewöhnlichen Anlässen vorbehalten. So wird etwa die olympische Flamme während einer
besonderen Zeremonie mit einem Hohlspiegel entzündet. 2
Kienspan
Der Kienspan ist eines der ältesten Beleuchtungsmittel, und wurde bis MItte des 19. Jh. verwendet.
KIENSPAN
Der Kienspan ist eines der ältesten Beleuchtungsmittel
Dieser wurde bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts als Lichtquelle verwendet. Der dünne Scheit aus dem harzreichem und daher leicht brennbaren Föhrenholz, dem so genannten Kien, wurde an einem Ende angezündet. Er wurde in spezielle Halter geklemmt oder in der Hand beziehungsweise im Mund gehalten. 2 Häufig verwendet wurden tönerne Halter in Form eines Kopfes, wo der Kienspan im offenen Mund befestigt werden konnte. Daher, von «Maul offen», kam die Bezeichnung Maulaffen für diese Halterungen. 4 Kienholz entsteht durch eine äussere Verletzung der Baumrinde.
Der Baum produziert hier, um die Wunde zu schließen, mehr Harz das sich verhärtet, das Holz verkient. 3 Durch den hohen Harzgehalt brennt ein Kienspan heller, gleichmäßiger und länger als vergleichbare andere Holzstücke. Durch Variation der Neigung kann die Intensität des Abbrandes reguliert werden. 4 Im Vergleich zu üblichen Lichtquellen allerdings leuchten auch Kienspäne nicht sehr hell. Die Flamme flackert, rußt stark und braucht ständige Aufmerksamkeit und Pflege. 2 Kienspäne werden auch als leicht entzündliches Material zum Anzünden größerer Feuer benutzt. 4
Quellennachweis
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