Überall hochqualitativ Fernsehen

HDTV in drahtlosen Netzwerken

(idw) – In den nächsten Jahren werden immer mehr Menschen digitales Fernsehen, vor allem die hoch aufgelösten Fernsehbilder des neuen HDTV-Standards sehen können. Damit die brillanten Bilder auch über das Internet und lokale drahtlose Netzwerke auf Notebook und PDA zu empfangen sind, müssen noch viele technische Probleme gelöst werden.

PAL gegen HDTV

PAL gegen HDTV

An der Universität des Saarlandes wird geforscht, wie HDTV-Bilder mit Übertragungs- geschwindigkeiten von mehr als 10 MB/s künftig auch im allgegenwärtigen, drahtlosen Breitbandnetz (4G) genutzt werden können.

© digitaler-rundfunk.at

An der Universität des Saarlandes wird daran geforscht, wie HDTV-Bilder mit Übertragungs- geschwindigkeiten von mehr als 10 Megabit pro Sekunde künftig auch im allgegenwärtigen, drahtlosen Breitbandnetz – oft mit 4G bezeichnet – genutzt werden können. Heute soll "alles über IP" funktionieren, also über das Internet Protokoll übertragen werden. Digitales Fernsehen über IP stellt jedoch andere Anforderungen als die herkömmlichen Internet-Dienste. Dazu zählt zum Beispiel das Multicast, das heißt der Empfang ein und derselben Daten durch mehrere Empfänger.

Künftiges Internet

Das künftige Internet mit erheblich feinmaschigeren Strukturen bietet hier ungeahnte Möglichkeiten, um an der Bandbreite zu sparen. Denn bei den üblichen Einschaltquoten von 10 Prozent wird das Sendesignal von 90 Prozent der Empfänger einfach ignoriert. Eine bessere Ausnutzung der Bandbreite wird deshalb helfen, den digitalen Empfang in Innenräumen zu verbessern, zum Beispiel über Hotspots in Flughäfen, Bahnhöfen oder anderen öffentlichen Platzen, aber auch im Heimnetzwerk. Terrestrische Verfahren benötigen hierfür spezielle Empfangsgeräte und sind heute nur begrenzt HDTV-fähig.

Fehlerschutzcodierung muss angepasst werden

Aber auch die so genannte Fehlerschutzcodierung muss bei der Fernsehübertragung über das Internet angepasst werden, da sich die Empfangsqualität in drahtlosen Netzwerken ständig ändert. Üblicherweise werden Audio- und Videodaten mit einem Fehlerschutz codiert, damit Störungen, die auf dem Übertragungskanal auftreten, beim Empfänger korrigiert werden können. Im Mittelpunkt der Forschungen am Saarbrücker Lehrstuhl für Nachrichtentechnik steht daher nicht nur die lokale Multicast-Verteilung hoch aufgelöster Fernsehbilder. Es werden auch adaptive Fehlerschutzcodierungen entwickelt, die einerseits für einen ungetrübten Genuss dieser Bilder sorgen, andererseits das "Fernsehgefühl" erhalten und damit auch die Möglichkeit, schnell zwischen den Programmen umzuschalten. Hierzu wird die Qualität des Übertragungskanals gemessen und geschätzt und die Fehlerschutzcodierung den gerade herrschenden Bedingungen angepasst.

An dem Forschungsprojekt am Lehrstuhl für Nachrichtentechnik sind als industrielle Partner Intel und SES beteiligt. Auf der CeBIT 2007 wird Prof. Dr. Thorsten Herfet am Sonntag, 18. März um 14.00 Uhr im Future Talk (Halle 9, Stand A 60) einen Vortrag zum Thema "Überall Fernsehen: auch zu Hause? Lokale HDTV-Verteilung mittels WLAN" halten. Er steht außerdem vom 16. bis 18. März am Messestand der Universität des Saarlandes (Halle 9, Stand B 65) für Interviews zur Verfügung.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Thorsten Herfet
E-Mail: herfet@nt.uni-saarland.de

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